Brands Fashion bei virtueller Fairtrade Cotton Panel Discussion

Am 03.12.2020 war Mathias Diestelmann, Geschäftsführer von Brands Fashion, Teilnehmer der virtuellen Fairtrade Podiumsdiskussion „Leveraging Fairtrade Model for Market Expansion and Income diversification in a sustainable cotton supply chain“. Zusammen mit Produzenten aus Indien und Pakistan, Vertretern von Fairtrade und Unternehmenssprechern von Varner und Dedicated, tauschte er sich über unsere langjährigen Erfahrungen mit dem Einsatz von Fairtrade-Baumwolle aus.

In der virtuellen Diskussion ging es unter anderem um Herausforderungen und Chancen beim Handel und dem Vermarkten von Fairtrade Baumwollprodukten. Wir berichteten, dass es nicht immer einfach ist, Transparenz über die Lieferketten zu bekommen, weil wir darauf angewiesen sind, dass die Zulieferer ihre Vorlieferanten offenlegen. Auch Auskunft über die Verwendung der Prämiengelder, die ein essenzieller Bestandteil von Fairtrade sind, ist wichtig für uns und unsere Kunden. Das machten wir deutlich und betonten mehrfach, wie entscheidend diese Transparenz für das Vertrauen in das Siegel ist. Als sich abzeichnende Herausforderung gaben wir das Feedback weiter, das wir aus Indien oder Bangladesch bekommen: als eine Auswirkung der Covid-19-Pandemie machen sich Lieferengpässe für Fairtrade Baumwolle bemerkbar. Dazu appellierten wir an Fairtrade, hier rechtzeitig Unterstützung zu liefern.

Ganz offen gingen wir mit unseren Bedenken hinsichtlich des Fairtrade Rohstoffmodell-Standards um, bei dem andere Anforderungen an die Produkte und Lieferketten gestellt werden als bei dem von uns genutzten Fairtrade Baumwollstandard. Der Absatz von Fairtrade-Baumwolle wird durch den das Rohstoffmodell gefördert und Unternehmen wird der Zugang erleichtert. Kritisch sehen wir allerdings, dass man als Kunde keine Garantie hat, dass das eigene Produkt Fairtrade-Baumwolle enthält. Außerdem ist eine Vermischung mit konventioneller Baumwolle möglich, was beim Baumwollstandard strengstens verboten ist. Auch die Lieferkette muss nicht vollständig zertifiziert sein, was dagegen beim Baumwollstandard unumgänglich ist. Das bedeutet einen höheren Aufwand für uns und unsere Lieferanten, es ermöglicht uns aber gleichzeitig die Nachvollverfolgbarkeit von Lieferketten und der eingesetzten Baumwolle.

Bei der Frage nach unseren Erwartungen an Fairtrade machten wir deutlich, dass wir uns mehr Förderung und Aufmerksamkeit für den Fairtrade Textilstandard wünschen, insbesondere von anderen Fairtrade-Ländergesellschaften. Bisher sind wir das einzige Unternehmen, dass eine gesamte Lieferkette nach dem neuen Standard zertifizieren lässt. Wir möchten aber nicht das einzige bleiben und sind auf andere Brands angewiesen, damit sich der Standard durchsetzt und die angeschobenen Veränderungen in den Lieferketten, wie die Ausbildung von Arbeiterkomitees und Einführung höherer Löhne auch langfristig umgesetzt werden können.

Wir freuen uns, dass wir dabei sein durften und unsere Erfahrungen mit den anderen Podiumsteilnehmer*innen und Zuschauer*innen teilen durften und bedanken uns für diese Gelegenheit und die tolle Organisation der Veranstaltung!

Diejenigen, die nicht zuschauen konnten, können sich die Veranstaltung in Kürze auf dem YouTube-Kanal von NAPP anschauen.