Siegel und Zertifizierungen: Gemeinsames Engagement für eine nachhaltige Textilwirtschaft

Die Zusammenarbeit mit Fairtrade – und weiteren Siegelgebern – stufen wir als den richtigen Weg ein, die Textilindustrie fairer und nachhaltiger zu gestalten. Die einzelnen Anforderungen der Zertifizierungen sind ambitioniert und fördern das Ziel, die Bedingungen für alle Arbeiterinnen und Arbeiter in der gesamten Lieferkette zu verbessern sowie negative Umwelteinflüsse zu minimieren – dazu bekennen wir uns auch öffentlich in unserem Code of Coduct. Die Einhaltung dieser Vorgaben wird bei jedem Siegel durch unabhängige Auditgeber geprüft. Ein Großteil der von uns ausgewählten Standards arbeitet mit dem Transaktions-Zertifikate-System (GOTS, OCS & GRS). Dieses System ermöglicht eine lückenlose Rückverfolgbarkeit von allen zertifizierten Betrieben, die an der Produktion eines Textils mit den genannten Siegeln beteiligt sind.

Transparenz durch Zertifikate sowie Kontrollen durch Drittparteien dienen der Identifikation von Missständen und ermöglichen, diesen durch entsprechende Maßnahmen zu begegnen.

Grundsätzlich befürworten wir eine kritische und transparente Auseinandersetzung zu Bedingungen auf Baumwollfeldern und in der Textilindustrie in Zusammenhang mit etablierten Standardsystemen. Sie sie hilft uns dabei, Verbesserungspotentiale zu identifizieren und entsprechende weiterführende Maßnahmen festzulegen. Diesen Lücken widmen wir uns bewusst, dabei beziehen wir sogar die gesamte Lieferkette mit ein und scheuen nicht die Herausforderungen, die das mit sich bringt. Uns ist bewusst, dass es kein System gibt, dass 100%ige Sicherheit garantiert. Aufgedeckte Missstände sehen wir als Chance, entsprechende Verbesserungen im Rahmen der Standardbedingungen einzufordern und selbst anzugehen. Hierin sehen wir weniger eine konstante Sachlage, sondern einen kontinuierlichen Optimierungsprozess.

Aufgedeckte Schwachstellen in einem globalen System wie Fairtrade dürfen jedoch keinesfalls dazu führen, dass Produzentinnen und Produzenten, die selbst am Existenzminimum leben, der Marktzugang verwehrt wird. Stattdessen sollten die Gründe für Missstände und Ausbeutung stärker in den Fokus der öffentlichen Diskussion rücken. Dafür muss die gesamte Branche allerdings über Preise sprechen. Vor allem Unternehmen müssen sich fragen, ob sie bereit sind, ihren Teil zu leisten. Sie müssen Bereitschaft signalisieren, langfristig Preise für Rohstoffe und Produkte zu ermöglichen, die den Produzierenden in Zukunft ein besseres Auskommen und Arbeiterinnen und Arbeitern entsprechende Mindestlöhne bieten.

Produktion SAGS Apparels, Indien. Copyright: Brands Fashion GmbH